Alles was wir tun, hat mit dem Leben zu tun — Lebenswerkstätten Stainz

Wer den Kräuterweiberladen direkt am Stainzer Hauptplatz betritt, wird gleich vom Geruch der diversen Kräuterprodukten umfangen. Der Laden ist gleichzeitig das Herzstück und Vereinshaus der Lebenswerkstätten. Er bietet Dinge des täglichen Bedarfs, die sich von Naturkosmetik bis zu einer Grundversorgung an Kräutern erstrecken. Besonders Wissensvermittlung und -austausch werden in den Lebenswerkstätten großgeschrieben: Ideengeberin Ursula Gerhold bietet u.a. Seminare und Workshops zu Traditioneller Europäischer Heilkunde (TEH) an. Außerdem werden die Räumlichkeiten im 300 Jahre alten Bauernhof gemeinsam genutzt. Mehrere Therapeut*innen für verschiedenste Massagen und Therapien nutzen die Räume. Das Wichtigste im umfassenden Angebot stellt jedoch eines dar: Die Hilfe zur Selbsthilfe. „Vielen Menschen ist schon geholfen, wenn man ihnen zuhört“, weiß Ursula Gerhold.

„Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“

Die Geschichte der Lebenswerkstätten ist maßgeblich mit Ursula Gerhold verbunden. Die Grundprinzipien „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ ziehen sich durch ihre frühere Arbeit in der Regionalentwicklung und Erwachsenenbildung, genauso wie heute durch das Werk der Lebenswerkstätten. Als Ursula Gerhold sich 2001 neben ihrer Arbeit in der Apotheke mit dem Zentrum für ganzheitliche Körperpflege selbstständig machte, konnte sie noch nicht ahnen, wie weit die Reise gehen sollte. Schon der Name „Ganzheitliche Körperpflege“ verrät, dass es um mehr als äußerliche Behübschung geht. Es handelt sich dabei um eine grundsätzliche lebensbegleitende Funktion. Daraus entstand vor elf Jahren der Verein „Lebenswerkstätten Stainz". Dieser ist seitdem langsam aber beständig am Wachsen. Durch ständige Entwicklung, der Verbreitung der Vision und der öffentliche Debatte entwickelt sich der Verein gemeinsam mit seiner Umgebung. Die Kräuter und viele der Produkte bekommen die Lebenswerkstätten von Betrieben in der Region. Am Gelände der Lebenswerkstätten selbst befindet sich die Manufaktur, wo „miteinander gearbeitet wird“, wie Ursula Gerhold erzählt. Zusätzlich fördern die Lebenswerkstätten öffentliche Projekte in der Region. Derzeit wird an einem gemeinsam nutzbaren Garten gearbeitet.

Gemeinsam wachsen

Erfolg hat nichts mit Geld zu tun, wie das dienstjüngste Mitglied der Lebenswerkstätten, Dani Drausnik, nun verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Lebenswerkstätten, erzählt. Seit Ende letzten Jahres ist sie Teil der Lebenswerkstätten, ein gewaltiger Schritt weg vom am finanziellen Erfolg orientierten Berufsalltag, den sie zuvor gewohnt war. Es würde helfen, das eigene Ego auszuschalten, um den Weg zum Glück zu finden. Wenn Bedingungen untragbar wären, müsse man selbst etwas ändern, meint sie. Von den Lebenswerkstätten war Dani Drausnik am Anfang überrascht: „Ich hab mich danach gesehnt, ich dachte sowas gibts nicht!“ Gemeinsam mit den anderen Mitarbeiter*innen, Vereinsmitgliedern und Partner*innen trägt sie nun am gemeinsamen Wachstum der Lebenswerkstätten bei.

Neue Vereinsmitglieder werden bei den Lebenswerkstätten übrigens ab jetzt gleichzeitig green market-Kunden und ermöglichen damit das weitere gemeinsame Wachsen. Mit der green market- Card gibt es einen Rabatt von 5 Prozent.

Fotocredit: Lebenswerkstätten Stainz

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